2015/2016 Dat Mannswief un de lütte Unnerscheed

 „Dat Mannswiew un de lütte Unnerscheed“

Komödie in drei Akten von Marion Balbach und Rudolf Korf

Aus dem Inhalt

Grit Anders ist nach dem Tod ihres Mannes Jakob in dessen Rolle geschlüpft um von Jakobs Rente zu leben und das gemeinsame Haus halten zu können – so hatte es sich Jakob auf dem Totenbett gewünscht. Im Ort hat sie alle mit ihrer Maskerade täuschen können. Doch jetzt hat sich verliebt und ihr Verehrer Tim rückt ihr auf die Pelle, ihre Tarnung gerät in Gefahr, auch durch Trixi, die uneheliche Tochter Jakobs aus einer früheren Beziehung, die ihren Vater kennenlernen möchte und ziemlich clever ist. Trixi und Tim erweisen sich für Grit aber auch als Retter in großer Not, denn Untermieter Edmund hat es auf Jakobs Vermögen abgesehen und ihn, bzw. Grit, durch hinterhältige Machenschaften in der Hand, bis Trixi und Tim ihn sich vorknöpfen.

 

Mitspieler:

Jakob (Grit) Anders, als Mann lebende Witwe                                  Anni Voss

Edmund Spieler, Nachbar                                                                       Reinhold Bäumer

Leonie Spieler, Edmunds Frau                                                               Marita Kriege

Jolanda Waldmeier, Kräuterfrau                                                           Elke Mergel

Eugen Herold, Gemeindevertreter                                                        Alfred Jostmeier

Tim Dreier                                                                                                   Erich Hackmann

Trixi Altmann                                                                                              Lena Mairose

 

 

Bericht zur Premiere von „Dat Mannswiew un de lütte Unnerscheed“, IVZ vom 09.11.2015

Täuschen, tarnen, totlachen

Spielfreude, schauspielerisches Talent und die perfekte Beherrschung der plattdeutschen Sprache machen die Auftritte der Heimatbühne immer wieder zu einem amüsanten Erlebnis. So auch am Sonntag, als der neue Schwank vor einem begeisterten Publikum Premiere feierte.

Bei der Premiere des neuen Stückes der Heimatbühne Ibbenbüren kamen die etwa 100 Zuschauer schon in den ersten Minuten nicht aus dem Lachen heraus. Kräuterfrau Jolanda Waldmeier (Elke Mergel) hatte zu tief in das Glas mit ihrem selbst gebrauten Likör geschaut und torkelte lallend durch den Saal des Gasthauses Antrup.

Auf der Bühne schwärmte Grit Anders (Anni Voss) von einem schmucken Kerl, der ihr beim Tanz den Kopf verdreht hatte. Wie sich herausstellt, hat sich auch Tim Dreier (Erich Hackmann) in die schmucke Deern verguckt. Also Ende gut, alles gut?

So einfach ist es natürlich nicht, denn die Autoren Marion Balbach und Rudolf Korf haben in der plattdeutschen Komödie „Dat Mannswiew un de lütte Unnerscheed“ den Akteuren jede Menge Stolpersteine in den Weg gelegt. Sehr zum Vergnügen des Publikums, dem das Bäumchen-Wechsel-Dich-Spiel sichtlich Spaß bereitete.

Spielfreude, schauspielerisches Talent und die perfekte Beherrschung der plattdeutschen Sprache machen die Auftritte der Heimatbühne immer wieder zu einem amüsanten Erlebnis. „Das war Spitze, wir schauen uns die Stücke jedes Jahr an“, sagte die Dickenbergerin Gerda Haselroth begeistert.

Grit Anders hatte sich inzwischen mit Bart und Perücke in ihren verstorbenen Ehemann Jakob verwandelt. Um das große Anwesen behalten zu können, musste sie dessen Rente kassieren.

Ihre täuschende Fassade bröckelte jedoch, als Jakobs uneheliche Tochter Trixi Altmann (Lena Mairose) auftauchte. Wie soll Grit auch wissen, was vor 25 Jahren geschah? Schließlich war sie nicht dabei, als ihr Gatte fremdging. Am liebsten würde sie die junge Frau schnell wieder loswerden. Doch Trixi ist hartnäckig, was sich als Glücksfall erweist. Sie durchschaut schnell die fiesen Tricks von Edmund Spieler (Reinhold Bäumer), der ihrem vermeintlichen Vater das Grundstück abluchsen will. Doch der Weiberheld hat die Rechnung ohne Trixi und seine Frau Leonie (Marita Kriege) gemacht. Ohne Unnerbuxen und mit blauem Auge sitzt er schließlich da wie ein Häuflein Elend und bittet um Gnade.

Tim Dreier ist derweil immer noch auf der Suche nach seiner „Elfenkönigin“. Auf die richtige Fährte bringt ihn schließlich ein „Blitzerfoto“, das Grit auf dem Heimweg vom gemeinsamen Tanzvergnügen zeigt. Gemeindevertreter Eugen Herold (Alfred Jostmeier) freute sich, dass Jolanda Waldmeier mit ihrem „Liebeslikör“ das Image des Dorfes aufpoliert hatte und schaute ihr tief in die Augen. Trixi hatte derweil Damenschlüpfer in Jakobs Wäschekorb gefunden. Sie konfrontierte „Frau Papa“ mit ihrem Doppelleben. Ein Happy-End ist in Sichtweite, doch wo ist eigentlich Tim Dreier?

Zum Schluss gab es reichlich Beifall für eine humorvolle Vorstellung mit viel Esprit. Die Vorstellung am 13. November im Ringhotel Mutter Bahr fällt aus. Weiter geht es im neuen Jahr am Sonntag, 10. Januar, um 16 Uhr in Lotte, Ratsstuben Wersen; am Sonntag 17. Januar, um 16 Uhr in Brochterbeck, Gaststätte Franz; und am Sonntag, 24. Januar, um 16 Uhr in Laggenbeck, Saal Linnenschmidt hinter dem Restaurant „Il Gabbiano“. Ein Zusatztermin ist am Samstag, 28. November, im DRK-Haus, 15 Uhr. (Brigitte Striehn)

 

Bericht zur Aufführung in der Historischen Gaststätte Franz, Brochterbeck, WN vom 19.01.2016

Lachen ist der schönste Lohn

Das Chaos ist perfekt, Grit (Mitte) manövriert sich in eine missliche Lage. Was die uneheliche Tochter ihre Mannes damit zu tun, erfahren die Besucher der Komödie. Foto: Lennard Walker
Das Chaos ist perfekt, Grit (Mitte) manövriert sich in eine missliche Lage. Was die uneheliche Tochter ihre Mannes damit zu tun, erfahren die Besucher der Komödie. Foto: Lennard Walker

Dat Mannswiew un de lütte Unnerscheed“ – der Titel der plattdeutschen Komödie der Heimatbühne Ibbenbüren ließ bereits ahnen, dass es ein lustiger Nachmittag würde. In der „Historischen Gaststätte Franz“ öffnete sich am Sonntag der Vorhang für die muntere Verwechselungskomödie mit dem hochdeutschen Namen „Das Mannsweib und der kleine Unterschied“.

Nach dem Tod ihres Mannes Jakob mangelt es Grit Anders (Anni Voss) vor allem an Geld. Sie muss das gemeinsame Haus finanzieren und halten und ist dafür auf die Rente ihres Mannes angewiesen. Kurzerhand schlüpft sie also in die Rolle des Jakob Anders (ebenfalls von Anni Voss gespielt), wie dieser es sich vor seinem Ableben von seiner Gattin gewünscht hat.

Mehr als vier Jahre lang geht das auch gut, bis Tim Dreier (Erich Hackmann) auftaucht. Mit ihm verbringt Grit einen wundervollen Abend im Theater, anschließend gehen die beiden tanzen. Da Grit sich aber nicht verraten darf, flüchtet sie nach dem Tanz schnell. Tim Dreier will aber keine Ruhe geben, bis er seine Traumfrau wiedergefunden hat. Er quartiert sich im Haus von Grit beziehungsweise Jakob ein, um besser in der Umgebung nach der Frau suchen zu können.

Der geschäftstüchtige Nachbar Edmund Spieler (Reinhold Bäumer), der auch in dem Haus wohnt, will dem verschuldeten Jakob zu allem Unglück auch noch Haus und Hof zum Spottpreis abkaufen, um auf dem Grund eine große Massentierhaltung aufzubauen.

Als Jakobs Tochter Trixi (Lena Mairose), die aus einer früheren Beziehung stammt, auftaucht, um ihren Vater kennenzulernen, ist das Chaos perfekt. Inmitten dieser Verwirrungen bemerkt Grit, dass sie auch für Tim Dreier schwärmt, kann sich aber nicht offenbaren.

Dass das Theaterstück gut ankommt, lässt sich an den Reaktionen des Publikums erkennen. Schon nach der ersten Szene ging ein Lachen und Applaudieren durch die voll besetzten Reihen. Die Resonanz war mehr als gut. „Wir mussten schon 50 bis 100 Leute wieder nach Hause schicken“ bedauerte Marita Kriege. Doch auch diese haben die Möglichkeit zu erfahren, wie die plattdeutsche Komödie ausgeht. Am Sonntag, 13. März, um 16 Uhr, gibt es in der Gaststätte Franz eine weitere Aufführung. Das habe man kurz vor Beginn des Stückes wegen der hohen Nachfrage beschlossen.