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Aktuelle Aufführung

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Turbulent geht es in der neuen Komödie der
Heimatbühne zu, manchmal trügt allerdings
der Schein. Marie (Lena Mlodoch), Jens
(Tilo Gnilka) und Heinrich (Alfred Jostmeier)
(v.l.) bemühen sich um Alma Hansen (M.).

„Graute Probleme“ für Katrin und Gesine

Von Brigitte Striehn

IBBENBÜREN. In drei Wochen 1500 Euro verdienen, wie soll das denn gehen? Vor dieser Frage stehen in dem neuen Theaterstück der Heimatbühne Ibbenbüren zwei Weibsbilder, die es zuvor noch nie mit Arbeit versucht hatten. Was tut „frau“ nicht alles, um an ein vermeintlich üppiges Erbe zu kommen. Aber Arbeeten? Nee!

Gewohnt witzig kommt die plattdeutsche Komödie „De 75. Gebursdag“ daher, die am Sonntag Premiere feierte. Der Autor Helmut Schmidt hat in den Text alles eingebaut, was Zuschauer zum Lachen bringt und einen vergnüglichen Abend beschert.

Und die Schauspieler haben lange genug geprobt, um bei dem turbulenten Geschehen nicht über die eigenen Füße zu stolpern oder gar den Textfaden zu verlieren. Es hat wieder einmal alles bestens geklappt und das Publikum im voll besetzten großen Saal bei Antrup auf dem Dickenberg hatte jede Menge Spaß.

Bei den Aufführungen zeigt sich jedes Mal, dass die plattdeutsche Sprache in der Region noch äußerst lebendig ist. Mehr als 200 Zuschauer verfolgten die ereignisreiche Geschichte, die mehrere Handlungsfäden geschickt miteinander verknüpfte.

Katrin (Elke Mergel) und Gesine (Marita Kriege) hatten sich vor Jahren Übles ausgedacht, um ihre Schwiegermutter Alma Hansen (Anni Voss) unter die Erde zu bringen. Doch die resolute Alma überlebt Rizinusöl im Kuchen und eine Bombe auf dem Klo, sodass sie jetzt 75. Geburtstag feiern kann.

Ihr größter Wunsch wäre es, an diesem Tag ihre Familie wieder versöhnt am Kaffeetisch zu versammeln. Doch dem stehen einige Hindernisse entgegen, denn seit fünf Jahren herrscht Funkstille zwischen Alma und ihren Söhnen Heinrich (Alfred Jostmeier) und Fridolin (Reinhold Bäumer), die schwer unter dem Pantoffel ihrer Angetrauten stehen.

Nun begibt es sich aber, dass just drei Wochen vor dem Geburtstag die beiden bei Mama in der Tür stehen – grün und blau geschlagen von ihren Ehefrauen. Dass Katrin und Gesine weiterhin Böses im Schilde führen, lässt sich denken. Eines ihrer unschuldigen Opfer wird Almas Nachbarin Frieda Hibben (Christiane Jostmeier). Schadenfreude stellt sich jedoch ein, als das kriminelle Duo selbst Opfer von Anschlägen ihrer Noch-Ehemänner wird. Almas Haushaltshilfe Marie (Lena Mlodoch) bleibt zwar von ihren Bosheiten verschont, dafür muss sie gegen die krankhafte Eifersucht ihres Verlobten Jens Ritter ankämpfen.

Tilo Gnilka stand erstmals auf der Bühne, und meisterte seine Rolle ebenso wie alle anderen Akteure perfekt. Sie agierten in einem Bühnenbild, das die Ensemblemitglieder selbst gebaut und dekoriert hatten. Die Spielleitung lag in den bewährten Händen von Marita Kriege. Die stimmigen Kostüme und den neuen Vorhang hat Anni Voss genäht.

Der Text des Dreiakters wurde mit einigen regionalen Einsprengseln ins Tecklenburger Land verlegt, da fühlten sich die Zuschauer gleich heimisch. Bis zum verblüffenden Ende hatten sie reichlich Gelegenheit zum Lachen und Staunen. Mit langem Applaus belohnten sie die Schauspieler für den lustigen Abend.