De Broodermord
Eine gelungene Premiere der Heimatbühne Ibbenbüren
mit dem neuen Stück "De Brodermoord"
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Die neue Hausgehilfin Susi |
Heimatbühne Ibbenbüren: "Brodermoord" versetzt Publikum in Stimmung
(Quelle IVZ) Mit dem Stück „De Brodermoord“ startete die Heimatbühne Ibbenbüren am Sonntag in die neue Spielsaison. Im vollbesetzten Saal der Gaststätte Antrup auf dem Dickenberg verfolgten fast 200 Zuschauer das Ränkespiel um die drei Schwestern der alteingesessenen und vornehmen Familie von Heisterdorf.
Ersonnen hat die Geschichte Rinje Bernd Behrens, ein bekannter Autor plattdeutscher Theaterstücke. Christiane Jostmeier, die Erste Vorsitzende des Vereins, freute sich über das große Interesse und wünschte viel Vergnügen.
Ein adliges Herrenhaus ist diesmal der Schauplatz für eine Komödie
mit viel Spaß und spannenden Minuten. Albertine (Anni Voss), Eugenia
(Elke Mergel) und Dorothea (Marita Kriege) von Heisterdorf sind nicht mehr die
Jüngsten, leben aber noch gemeinsam im Elternhaus. Schuld daran ist ein
Testament. Darin hatte der Vater festgelegt, wer das Gut erben sollte: Wer
zuerst heiratet und ein Kind bekommt. Also hatten die Schwestern untereinander
jeden Annäherungsversuch potentieller Heiratskandidaten vereitelt, bis es
endgültig zu spät für einen reichen Kindersegen war.
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Der Mordplan scheint |
Als jedoch der Bruder (Reinhold Bäumer) nach Hause kommt, ist guter Rat teuer. Nachdem „Fritz Käpt´n“ lange Jahre zur See gefahren ist, will er den Lebensabend zu Hause verbringen. Da er sich als Hausgehilfin die hübsche Susi Suerwien (Lena Mldoch) mitgebracht hat, geraten die Schwestern in Panik. Will Fritz das junge Ding etwa heiraten? Das muss mit allen Mitteln verhindert werden, denn die Aussicht, in ein Damenstift umziehen zu müssen, ist für Albertine, Eugenia und Dorothea nicht sonderlich verlockend. „Dat Wicht hört hier nich hen“, beschließen sie mit boshaft verkniffenen Mündern. Vielleicht könnten sie Susi Geld anbieten, damit sie geht? Oder sie mit dem Steuermann Peter Frese (Christian Jasper) verkuppeln, der unverhofft auftaucht? Der stellt sich leider zu blöd an, bemerkt jedoch erstaunt, dass im hochvornehmen Hause der von Heisterdorfs Platt gesprochen wird. „Das machen wir aus Tradition“, bekommt er zur Antwort. Nicht nur auf der Bühne, auch im Saal redeten die Menschen op Platt miteinander. Die Sprache ist im Tecklenburger Land noch lebendig und nicht nur ein verstaubtes Relikt vergangener Zeiten.
Da „Moses“ Susi nicht gehen will, muss der Bruder beiseite geschafft werden. Aber wie sollen die nicht sonderlich kräftigen Damen das bewerkstelligen? Mordpläne wurden geschmiedet und wieder verworfen. „Afstieken? De Treppe runnersmieten? Nee, dat geit nich“, jammerte Eugenia. Wie wäre es stattdessen mit einem sauberen Giftmord? Das merkt keiner, könnte nach einem Herzinfarkt aussehen. In Dorotheas Suppe kommt das Rattengift aber nicht, dagegem wehrt sich die vortreffliche Köchin vehement. „Ich bin berühmt für meine Suppen, da kommt nichts Schlechtes rein,“ weist sie kategorisch diesen Vorschlag zurück. Darüber wird sich am Ende Gendarm Heino Bölker (Alfred Jostmeier) freuen, dem es die fleißige Dorothea angetan hat.
Unter der Spielleitung von Marita Kriege zeigten sich die Schauspieler schon bei der Premiere bestens aufgelegt. Turbulentes Chaos und witzige Dialoge sorgten für kurzweilige Unterhaltung. Das Bühnenbild, in dem der Kamin eine wichtige Rolle spielte, schuf den Hintergrund für das hektische Treiben mit viel „Gerumpel und Gepumpel“ und Türenscheppern.
Die nächste Vorstellung der Heimatbühne ist am 17. Januar 2010 in den „Ratsstuben“ in Lotte-Wersen, Beginn 16 Uhr. Alle Termine unter www.hb-ibb.de.
VON BRIGITTE STRIEHN