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Alles bloß Theoter

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"Alles bloß Theoter"

(Schwank in drei Akten von Erich Koch)

Der Bauer, trinkfest und arbeitsscheu, sitzt gerne in der Gaststube, zumal dort eine neue Kellnerin angestellt wurde. Der Bauer plant, mit Hilfe eines Theaterstückes mit der Kellnerin anbändeln zu können. Seine Frau kommt aber dahinter und holt zum Gegenschlag aus. Unterstützt wird sie dabei von ihrer mit im Haushalt lebenden ledigen Schwester. Diese ist dem Bauer schon lange ein Dorn im Auge, da sie ständig seine Frau gegen ihn aufhetzt. Darum versucht er sie, mit Hilfe seines verwitweten Freundes, der in seiner Freizeit gerne dichtet, loszuwerden
Die Tochter des Hauses ist ein wenig ausgeflippt und hält eigentlich nichts von den schlappen Männern, bis ihr ein Muttersöhnchen über den Weg läuft. Eine überzeugte Männerfeindin ist auch die Pfarrköchin, welche Sitte und Moral des Dorfes stets im Auge hat. Dass dabei einiges ins Auge gehen kann, muss der Altwarenhändler schmerzvoll erfahren.

 

Presse zur Premiere: 
Plattdeutsches Theaterstück strapazierte Ibbenbürener Lachmuskeln

von Brigitte Striehn

Die Schauspieler der Heimatbühne Ibbenbüren blickten bei Antrup in einen vollbesetzten Saal, als sich am Sonntagnachmittag der Vorhang zur Premiere ihres neuen Stückes hob. Klar, es war „Alles nur Theater“, so der Titel, aber es war vergnüglich für beide Seiten. Die Spielfreude der Akteure übertrug sich auf das Publikum, das sich köstlich amüsierte.


Fast 150 Zuschauer sahen ein Lustspiel in drei Akten von Erich Koch, in der plattdeutschen Übertragung der Katholischen Landjugendbewegung (KLJB) Eggemühlen.

Die Geschichte wäre schnell erzählt, gäbe es nicht im Verlauf der Handlung jede Menge Verwicklungen, die zu unerwarteten Wendungen und vergnüglichen Dialogen führten. Resolute Weibsbilder wie die Bäuerin Agnes (Marita Kriege) und ihre Schwester Hilde (Anni Voss) heizen den Herren der Schöpfung, dem Bauern Alfons (Reinhold Bäumer), seinem Nachbar Heinz (Alfred Jostmeier) und dem Altwarensammler Franz (Erich Hackmann) ordentlich ein.

Das jüngere Publikum dürfte sich in den überzeichneten Gestalten der ausgeflippten Tochter Eva (Lena Mldoch) und des oberspießigen Studenten Hans (Christian Jasper) wiedergefunden haben. „Bleib cool, Dad, deine Generation checkt das nicht mehr“, wies Eva ihren „Pappen“ zurecht. Der schaute dumm aus der Wäsche und konterte mit dem altbekannten Väterspruch „Solange du deine Beine unter meinen Tisch steckst...“.

Da fehlte gerade noch die Dorf-Klatschtante in der Figur der Pfarrköchin und Sittenwächterin (Elke Mergel). Natürlich ging es in der Komödie um die Liebe, wozu in plattdeutschen Landen durchaus auch deftige Wortwahl und Szenen in langen „Unnerbuxen“ aus kratzender Wolle gehören. Da hatten alle etwas zu lachen und es gab bewundernde „Ahs“ und Ohs“ für die freimütigen Schauspieler. Die eleganten Cancan-Tänzerinnen ernteten ebenso Beifall auf offener Szene wie Hilde und Heinz auf dem Sofa - in äußerst pikanter Lage.

Eigentlich geht es um ein Theaterstück, das im Dorf für Trubel sorgt und nicht nur bei Bauer Alfons und seiner Agnes den Ehesegen schief hängen lässt. Anstand und Sitte bleiben schon einmal auf der Strecke, wenn die attraktive Kellnerin in der Dorfkneipe den „Mannslüd“ den Kopf verdreht.

Wer am Ende Tisch und Bett miteinander teilt, soll allerdings noch nicht verraten werden, schließlich wird „Alles bloß Theoter“ noch acht Mal an wechselnden Spielorten aufgeführt.

Vorsitzende des Vereins, Christiane Jostmeier, dankte nach dem langen Schlussapplaus dem Ensemble, das unter der Spielleitung von Marita Kriege seit August intensiv geprobt hatte. Besonders gelungen war das Debüt von Lena Mldoch als Tochter Eva. Schon als Kind hatte sie von den Großeltern Plattdeutsch gelernt und es in der Familie auch gesprochen. So hatte sie keine Mühe mit ihrer Rolle. Anni Voss erhielt einen Blumenstrauß für 25 Jahre ununterbrochene Auftritte mit der Heimatbühne. (Quelle: IVZ)