Aktuelle Aufführung 2010/2011
Bericht der Ibbenbürener Volkszeitung zur Premiere
Studentin
mischt Hof auf - Neues Stück der Heimatbühne Ibbenbüren
Am Sonntagnachmittag waren alle Freunde und Kenner der plattdeutschen Sprache
zur Premiere des Schwanks „Swieneree up Hinners Hoff“ in den
Gasthof Antrup auf dem Dickenberg eingeladen. Jedes Jahr im November stellen
die Schauspieler der Heimatbühne Ibbenbüren ein neues
Theaterstück vor.
Der Saal war wieder einmal brechend voll, fast 200 Leute wollten sich das
Ereignis nicht entgehen lassen. Christiane Jostmeier, die Erste Vorsitzende des
Vereins, wünschte allen viel Vergnügen und gab damit den Startschuss
für zweieinhalb Stunden kurzweiliger Unterhaltung.
Als sich der Vorhang öffnete, sahen die Zuschauer ein Zimmer, in dem es
aussah wie bei Hempels unterm Sofa. Bierflaschen, Holzpantinen, alte Zeitungen
und schmutzige Klamotten auf dem Fußboden vermittelten das Bild eines
bäuerlichen Junggesellen-Haushalts, in dem dringend eine Frau gebraucht
würde. Gerd Hinners (Alfred Jostmeier) hatte dazu eine Idee, von der sein
Bruder Franz (Reinhold Bäumer) aber keineswegs begeistert war.
Gerd hatte eine Studentin der Tiermedizin als Praktikantin, eingestellt, die
gleichzeitig den Haushalt schmeißen sollte. Als Lisa Bott (Lena Mlodoch)
verspricht, den Bauern auch das Essen zu kochen, erlaubt Franz ihr
zunächst probeweise den Aufenthalt auf dem Hof der beiden
Schweinemäster. Mutter Ilse Bott (Marita Kriege) sieht den Ausflug ihrer
Tochter in die Selbstständigkeit gar nicht gerne, hilft ihr aber trotzdem
beim Kochen und Aufräumen.
Die Komödie in drei Akten von Helmut Schmidt brachten die sechs Akteure
mit großer Spielfreude auf die Bühne, das Publikum kam aus dem
Lachen nicht heraus. Dabei hatte das Thema durchaus einen ernsthaften
Hintergrund, denn Lisa entdeckte bald, dass Franz seine Schweine mit illegalem
Futter mästete. Dabei war sie nicht die einzige, die davon etwas wusste,
denn die Nachbarin Martha Beening (Elke Mergel) wurde regelmäßig mit
einigen Geldscheinen bestochen, damit sie ihre Klappe hielt. „Dicke
Schwiene, dicke Schiene“, freute sie sich über das Zubrot.
Zahlreiche Verwicklungen machten die Handlung spannend und sorgten für
immerwährendes Gelächter im Saal. Gleich zu Beginn büxten
Hinners Schweine aus und liefen über die Straße. Dummerweise kam
just in diesem Moment die Gemeindeschwester Erdmute (Anni Voss) mit ihrem
klapprigen Auto vorbei. Peng - Schwein tot, und ihr Auto streifte einen Baum.
Das war vielleicht eine Aufregung, als die alte Dame hereingetragen wurde und
sich nicht mehr rührte. Nicht nur der Schreck, auch ein
„Düwelszeug“ namens Eierlikör hatte für den
Bewusstseinsverlust gesorgt, wie sich bald herausstellte.
Zum Glück erholte sie sich schnell und konnte der Nachbarstochter Steffi
Krumminga (Christiane Jostmeier) wertvolle Hinweise über das Untenherum
von „Mannslüden“ geben. Ein langer Schlussapplaus belohnte das
Ensemble der Heimatbühne für den vergnüglichen Auftritt. Am 28.
November ist die Heimatbühne in der Aula der Harkenbergschule in
Hörstel zu Gast.
VON
BRIGITTE STRIEHN